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Ziele und Leitbild des Vereins

Wir haben die Vision einer Gesellschaft, in der alle Menschen unabhängig von Herkunft, Staatsangehörigkeit, Religion, Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung und Behinderung und weiteren Diskriminierungsformen, die gleichen Rechte und Lebenschancen haben. Alle Menschen haben ein Recht auf ein gewaltfreies Leben. Die patriarchalen Gewaltstrukturen werden auf allen Ebenen überwunden sein.
Wir und die Menschen mit denen wir zusammen arbeiten haben Power, sind stark, können ihre Rechte durchsetzen und leben selbstbestimmte Beziehungen auf Augenhöhe.

Unsere Mission:

Uns liegt die Autonomie für uns und für die Menschen mit denen wir zusammen arbeiten besonders am Herzen. Als Grundlage dafür stärken wir besonders unsere autonome Struktur und die Selbstverwaltung unseres Vereins.

Vor dem Hintergrund der vorherrschenden Strukturen, die geschlechterspezifische Gewalt hervorbringen, fordern wir die Beendigung von jeglichen Formen der Gewalt im sozialen Nahraum. Wir fordern die Umsetzung der Istanbul Konvention und der UN-Kinderrechte.

Mit unseren Schutz- und Beratungsangeboten richten wir uns an Erwachsene, Kinder und Jugendliche, die von Gewalt in ihrem sozialen Nahraum in Leipzig betroffen sind, sowie deren Angehörige. Außerdem adressieren wir Multiplikator*innen und Fachkräfte in Leipzig.

Auf individueller Ebene möchten wir einen sicheren und vertrauensvollen Rahmen für Betroffene schaffen und sie in ihrer Handlungsfähigkeit stärken, um wieder ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben führen zu können. Unsere Mission ist es, dabei mitzuwirken, den Kreislauf von Gewalt zu durchbrechen.

Auf gesellschaftlicher Ebene sensibilisieren wir für geschlechtsspezifische Gewaltstrukturen und machen Gewaltformen sichtbar. Wir verknüpfen relevante Akteur*innen, um weitere Hilfssysteme auszubauen. Für eine gesellschaftliche Veränderung sind umfassende präventive Bildungsangebote wesentlich. Darüber hinaus engagieren wir uns auf politischer Ebene, um diskriminierende Gesellschaftsstrukturen positiv zu verändern. Wir agieren in verschiedenen Gremien, um die Zugangsbarrieren für Betroffene nachhaltig abzubauen. Durch politische Arbeit wird eine Problematik, die ursprünglich im privaten Bereich verborgen bleibt, sichtbar gemacht. Hierfür arbeiten wir mit unterschiedlichen Kooperationspartner*innen auf Kommunal,- Landes- und Bundesebene zusammen.

Um unserer Vision näher zu kommen, wollen wir unsere jetzige Arbeit überflüssig machen und an andere feministische Bedarfe anpassen.

Unsere Ziele

Der Verein Frauen für Frauen e.V. stellt ein Netzwerk an individuellen Hilfen zur Verfügung. Unsere Projekte verfolgen gemeinsame, aber auch bedarfsspezifische Ziele:

Arbeit mit Betroffenen von Gewalt im sozialen Nahraum
Der Fokus unserer Arbeit mit Betroffenen liegt auf den Ausbau und Gewährleistung von niedrigschwelligen und ausreichenden Schutz- und Beratungsmöglichkeiten. Wegweisend für die Arbeit mit Betroffenen sind individuelle Prozesse der Krisenintervention, Schutzplanung, Stabilisierung nach traumapädagogischen Ansatz und Empowerment.

Kinderschutz
Kinderschutz und Gewaltschutz gehen Hand in Hand, indem sie gemeinsam dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche vor jeglicher Form von Gewalt geschützt werden und in einer sicheren, gewaltfreien Umgebung aufwachsen können. Kinder und Jugendliche, die in einer gewaltvollen Atmosphäre leben sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, im fortlaufenden Leben, ebenfalls von Gewalt betroffen zu sein oder diese auszuüben. Den Gewaltkreislauf gilt es durch Umsetzung von Kinderschutz und Stärkung von Kinderrechten zu durchbrechen.

Bildungsarbeit
Neben unseren stationären und ambulanten Kriseninterventionsangeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, tragen Bildungsangebote an Schulen zur Prävention bei. Dabei wird Kindern und Jugendlichen Wissen zu Gewalt, Sexualität und Körperbildern vermittelt. Sexuelle Bildung von Kindern und Jugendlichen, die positive, lustvolle und konsensuelle Sexualität vermittelt, stärkt zudem die Sensibilität zu eigenen Grenzen und Rechten.

Verwaltungsarbeit/Öffentlichkeitsarbeit
Das Ziel der Verwaltungsarbeit ist eine basisschaffende Qualitätssicherung und bildet die Grundlage der einzelnen Projekte. Die Öffentlichkeitsarbeit trägt dazu bei, dass eine gesellschaftliche Sichtbarkeit der marginalisierten Themenschwerpunkte, sowie eine präventive Aufklärung erfolgt.

Netzwerkarbeit
Die Netzwerkarbeit verknüpft Akteur*innen aus der Gewaltschutzarbeit, dem Kinderschutz, der Justiz, der Täterarbeit, der Politik und anderen Hilfssystemen. Ziel ist eine institutionelle Verantwortungsübernahme von Täter*innen und für Betroffene den Ausbau und Zugang zu Hilfs- und Schutzräumen zu erleichtern.

Abbau von Barrieren
Wir arbeiten kontinuierlich daran in allen Projekten daran, Barrieren abzubauen, um Zugänge für alle Betroffene zu erleichtern. Wir haben Informationsmaterial in Leichter Sprachen und verschiedene Übersetzungen. In unseren Beratungen bieten wir Sprachmittlung in DGS und anderen Sprachen an.

Unsere Werte

Unser Verein arbeitet unabhängig von Parteien sowie von religiös oder ideologisch
geprägten Gemeinschaften. Wir sind eine sich ständig weiterentwickelnde Organisation, die bedarfsorientiert auf die Problemlagen und diversen Lebensrealitäten unserer Klient*innen reagiert.

Zentral dafür ist Parteilichkeit, Solidarität und ein ressourcenorientiertes, machtkritisches Handeln in der Arbeit mit Betroffenen. Wir vertreten den Ansatz des intersektionalen Feminismus. Menschen können gleichzeitig von mehreren Diskriminierungsformen betroffen sein, wie beispielsweise Rassismus, Transfeindlichkeit und Klassismus. Dabei nehmen wir die Wechselbeziehung sozialer Ungleichheiten und Machverhältnissen in den Blick.

Unsere Organisationsform wird getragen von einer soziokratischen Vereinsstruktur, die die Mitwirkung im Sinne einer Gleichwertigkeit aller Mitarbeitenden fördert und somit Hierarchien abbauen und die Autonomie der Einzelnen stärken soll.

Wir legen in unserer Arbeit Wert auf eine hohe Professionalität und Qualifikation unserer Mitarbeitenden. Um den individuellen und sich stetig ändernden Bedarfen unserer Klient*innen gerecht zu werden, benötigt es fortlaufende und fachspezifische Weiter- und Fortbildungen. Zur Sicherung der Qualität unserer Arbeit finden fortlaufend Team- und Personalgespräche, Vereinsstrukturtage, sowie Inter- und Supervision statt.

Der Verein ist aus der Aufbruchsstimmung der Wendezeit entstanden und eingebettet in Geschichte und Gegenwart der Frauenbewegung. Wie der Vereinsname Frauen für Frauen deutlich macht, haben sich in den 90ern betroffene Frauen für die Rechte und den Schutz betroffener Frauen eingesetzt. Heute ist unser Verständnis geschlechtsspezifischer Gewalt um queere Lebensrealitäten erweitert und unser Verein diverser besetzt. Wir setzen uns für das Recht des gewaltfreien Lebens von Personen aller Geschlechter ein, die von patriarchalen Strukturen benachteiligt werden.